Anonymisierung persönlicher Gesundheitsdaten durch Erzeugung digitaler Avatare zum Transfer in Anwendungsfälle
Das Projekt
Das AVATAR-Transfer-Projekt entwickelt Konzepte und Technologien für die sichere, datenschutzkonforme Nutzung von Gesundheitsdaten durch moderne Anonymisierungs- und Datenschutzverfahren.
Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungsfälle in der Gesundheitswirtschaft – von der Vorhersage von Therapieverläufen über föderiertes Lernen bis zur Anonymisierung von Biosignal- und Genomdaten. Die zentrale Herausforderung besteht darin, einen optimalen Balanceakt zu erreichen: Einerseits müssen Gesundheitsdaten so anonymisiert werden, dass das Re-Identifikationsrisiko minimiert wird und rechtliche Anforderungen (DGA, GDNG) erfüllt werden. Andererseits muss die Informationsqualität für Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung medizinischer Produkte erhalten bleiben. Das Projekt vereint technische, rechtliche und gesellschaftliche Perspektiven, um die AVATAR-Plattform als Grundlage für zukünftige Gesundheitsdatenräume wie den European Health Data Space zu etablieren und damit Deutschlands Position in der innovativen Gesundheitsdatennutzung zu stärken.
Projektziele
Das Fraunhofer IOSB-AST verantwortet im AVATAR-Transfer-Projekt die Entwicklung und Umsetzung der Datenraum-Architektur und Interoperabilitätskonzepte. Zentrale Ziele sind:
- Weiterentwicklung der AVATAR-Transfer-Plattform als modulare, skalierbare Infrastruktur mit IDS-RAM-konformer Interoperabilität, EDC-Konnektoren sowie Usage- und Access-Control-Mechanismen
- Erarbeitung eines Datenraum-Blueprints für medizinische Versorgungspfade, insbesondere im Bereich Hörgesundheit
- Befähigung bestehender Systeme für die sichere Nutzung in Datenräumen
- Sicherstellung der technischen Anbindung an medizinische Datenräume und Gewährleistung der Anschlussfähigkeit an den European Health Data Space (EHDS)
Dabei entwickelt das IOSB-AST Schnittstellen und Mechanismen zur Integration von PET-Komponenten und gewährleistet eine auditierbare, dienstfähige Nutzung. Angestrebt wird eine interoperable, wiederverwendbare Lösung, die auf unterschiedliche medizinische Anwendungsszenarien übertragbar ist und die digitale Souveränität über Gesundheitsdaten sicherstellt.
Ergebnis
Im Projektverlauf wurden zentrale Grundlagen für die Datenraum-Umsetzung geschaffen: Stakeholder und Prozessabläufe für die Hörakustik-Versorgungsketten (Schwerhörigkeit WHO II-III sowie Tinnitus) wurden systematisch aufgenommen und dokumentiert. Ergänzend wurden Datenflussdiagramme entwickelt, die das Fundament für die technische Architektur bilden. Erste Konzepte zur Integration der Datenraumarchitektur wurden erarbeitet und befinden sich in der Umsetzung. Diese Ergebnisse profitieren von der langjährigen IOSB-AST-Expertise in souveränen Datenräumen, semantischer Interoperabilität und Gaia-X/IDS-konformer Governance, die in Projekten wie energy data-X, AVATAR und idFlexNetz bereits erfolgreich demonstriert wurde. Der Erfolg schafft die Voraussetzung für eine skalierbare, IDS-RAM-konforme Plattformlösung und ermöglicht die Übertragbarkeit auf weitere Gesundheitsversorgungspfade. Zudem entsteht ein Blueprint für medizinische Datenräume, der die Anschlussfähigkeit an den European Health Data Space (EHDS) sicherstellt und die Position des IOSB-AST als Kompetenzträger für föderierte Gesundheitsdateninfrastrukturen stärkt.
Institutsteil Angewandte Systemtechnik AST des Fraunhofer IOSB