Innerhalb des Fraunhofer-Verbunds übernimmt das IOSB-AST die Forschungsarbeiten im Bereich IT-Sicherheit und Cyber-Resilienz – einem der zentralen Schwerpunkte des Projekts. Im Fokus steht die digitale (Umspann-)Station als kritischer Baustein heutiger und künftiger Stromnetze.
Warum die digitale Station? Umspannwerke und Schaltanlagen werden im Zuge der Digitalisierung zunehmend mit vernetzter Kommunikations- und Automatisierungstechnik ausgestattet (z. B. nach IEC 61850). Diese Hochvernetzung bietet erhebliche betriebliche Vorteile, eröffnet aber gleichzeitig neue Angriffsflächen. Klassische IT-Sicherheitskonzepte reichen in diesem Kontext nicht aus – gefragt ist Cyber-Resilienz: die Fähigkeit, Angriffe nicht nur abzuwehren, sondern auch unter Angriffsbedingungen handlungsfähig zu bleiben und den sicheren Betrieb aufrechtzuerhalten.
Forschungsschwerpunkte des IOSB-AST im Projekt:
- Dezentrale Resilienz- und Sicherheitsbewertung – Das IOSB-AST entwickelt Methoden, mit denen die Resilienz digitaler Stationen dezentral – also direkt auf Stationsebene – bewertet werden kann. Dies ermöglicht eine schnelle, lokale Einschätzung der aktuellen Sicherheitslage, ohne auf zentrale Systeme angewiesen zu sein.
- KI-basierte Erkennung von IT-Angriffen – Aufbauend auf der Expertise des IOSB-AST im Bereich der Anomalieerkennung (vgl. Projekt PROTECT) werden Verfahren der Künstlichen Intelligenz erforscht, die Angriffe auf die Kommunikationsinfrastruktur digitaler Stationen zuverlässig und frühzeitig erkennen.
- Kombination von Resilienz- und Erkennungsverfahren – Ein innovativer Ansatz des Projekts besteht darin, die Ergebnisse der Sicherheitsbewertung und der KI-gestützten Angriffserkennung zu integrieren. Dadurch entsteht ein umfassendes Lagebild, das nicht nur Angriffe detektiert, sondern auch deren Auswirkungen auf die Betriebsfähigkeit der Station bewertet und Handlungsoptionen aufzeigt.